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In einem Boot

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Es ist für mich als Frau halt schon schwer, einen Partner zu haben, der sich mit dem täglichen Kleinkram so sehr auf mich verlässt und nichts zum Haushalt beitragen kann. Früher mal war er ja sogar im Management tätig, hatte dann ja auch die Musik Firma (in der ich allerdings sozusagen rund um die Uhr gearbeitet habe, mit Hunden und Haushalt, etc.... ). Also früher war es schon leichter. Aber er hatte sozusagen das Glück, nie für eine Wohnung oder für ein Haus aufkommen zu müssen, was ja die meisten anderen Männer machen bzw. eben mit den Frauen gemeinsam. Irgendwie sitzen wir sozusagen mit unseren Partnern "in einem Boot" - Komischerweise sitzt mein Freund auch sehr oft vorm Fernseher, wenn ich vor mich hin werkle oder was im Haus mache oder im Garten (der ja jetzt glücklicherweise sehr "ruhig" ist....)

Ich könnte im Prinzip locker "ausbrechen". Aber da sind noch die 2 Hunde, die halten mich schon noch ein wenig zurück - die habe ich jetzt seit 14 Jahren, und übersiedeln möchte ich mit denen nicht mehr. Meine Freundin hat einen ordentlichen Hass aufgebaut. Steigert sich richtig rein und möchte ihm eins auswischen. Eine andere Freundin(Ex-Freundin) von mir war auch so ein "Kaliber" - die hat ihren Ex-Freund ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, die Buben damals als sie so um die 11 bzw. 13 waren, eingespannt "Schmiere" zu stehen, damit sie in Ruhe die Akten von ihrem Ex fotokopieren konnte und was gegen ihn in der Hand hatte. Also schlimm, was sich da abgespielt hat. Die Buben waren dann teilweise sogar in psychologischer Betreuung, was mich nicht wundert. Aber sie war immer die "Gute" und er war immer der "Böse". Der Böse, der ihr in ihrem "Palast" sogar goldene Wasserhähne angeschafft hat und bei dem sie jahrelang nicht arbeiten gehen musste (trotzdem ihre Mutter ihr irrsinnig viel im Haushalt hilft und ihr alter Vater ihr noch immer Zubauten, etc. am Haus macht). Weisst was das Problem ist: wenn man dem anderen voll die Schuld zuschiebt. Es hat auch immer einen Grund, wenn jemand fremd geht. Da führt kein Weg dran vorbei. Manche begründen es dann nur mit "Sex mit jemand anderem haben wollen", weil es langweilig geworden ist. Aber je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe (und das ist nun schon wirklich eine ganze Weile), desto mehr komme ich zur Überzeugung, daß da schon einiges schief gelaufen ist, bevor man diesen Schritt geht. Und zwar geschlechterunabhängig! Also egal ob ein Mann fremd geht oder eine Frau! Da ist im Vorfeld viel passiert. Und vor allem hat einem schon sehr viel gefehlt. Das fehlt einem, weil man's vom anderen nicht bekommt. Männer tendieren vielleicht eher dazu zu sagen "ich will Sex mit einer anderen haben" (wirkt vielleicht auch männlicher), aber es geht auch um Streicheleinheiten, Zuwendung, Gespräche, etc.! Da kommen viele Komponenten dazu. Zumindest wenn man etwas älter ist, in jungen Jahren probiert man vieles aus, da geht's nicht so um Gefühle, sondern vor Allem ums Erleben, "mitreden können", etc.!
Aber das sind meine Erfahrungen, vielleicht machen andere diesbezüglich andere Erfahrungen. Wenn irgendwelche Tragödien passieren, wo ein Mann seine Frau dann niederschiesst oder so, dann sehe ich natürlich auch, daß keiner das Recht hat, einen anderen dermassen zu verletzen oder gar zu töten. Aber ich verstehe auch, daß jemand so in Rage sein kann, daß er dann "ausklinkt". Überhaupt wenn er ständig provoziert wird. Das ist immer die Frage, inwieweit Partner es ausnützen, wenn sie eher einen weichen Partner haben. Ob sie da die Grenzen überschreiten und den anderen nur mehr "unterbuttern" und auch demütigen, etc.! Ich weiss aber - auch wenn es eben einige meiner Geschlechtsgenossinnen sind - das es eben auch solche Frauen gibt. Die die Männer ausbeuten, drangsalieren, etc., und ihnen mit allem möglichen drohen - schlimmstenfalls auch mit dem Entzug der Kinder, wenn sie nicht "spuren". Und ohne Rücksicht auf die Kinder (PS: manchmal hab ich auch einen Hass auf gewisse Frauen, nicht alle Ex-Freundinnen waren wahre Freundinnen). Wenn man mal erwischt wird, dann ist es vermutlich besser, es doch zu beenden. Ich glaube nicht, daß der Partner es wirklich verzeihen kann, auch wenn er es sagt. Irgendwie spürst das dann wahrscheinlich immer, der andere macht Vorwürfe, es ist ein Vertrauensbruch da usw.! Also am besten nicht erwischen lassen und wenn es doch so weit kommt, dann besser Abschied nehmen, bevor das endlos weitergeht. 
Meinem Lover geht's nicht viel besser: 25 Jahre verheiratet, Schulden aufs Haus, hat sich immer abgerackert. Seine Frau geht aber wenigstens Teilzeit arbeiten. Allerdings taucht immer wieder ihre Familie auf (aus dem ehemaligen Osten) und es sieht mir sehr danach aus, als würden ihm die auch noch in der Tasche hängen, die Schwiegermutter war voriges Jahr sogar über ein paar Monate bei ihnen einquartiert, inkl. dem Schwager, der die Scheidung hatte und dort sozusagen auf seine eigene Wohnung wartete.....). Ich frag mich manchmal, wie er das aushält, obwohl er es selbst allem Anschein nach recht locker nimmt. Er hat seinen Hauptjob (noch dazu Schichtdienst) und noch nebenbei einen 2. Job. Was aber wiederum gut ist, weil wir uns treffen können, ohne daß ihm seine Frau so leicht auf die Schliche kommt. Allerdings ist sie ihm schon vor Jahren auf Affären draufgekommen. Lässt ihn das auch immer wieder spüren. Er sagt, er lebt erst so richtig, wenn wir uns sehen. Wir können auch sehr gut miteinander reden, im Grossen und Ganzen vermeiden wir es, über unsere Partner zu sprechen, er sagt aber, daß er sich gut mit ihr versteht. Es wird vermutlich auch sehr viel mit Gewohnheit zu tun haben, ist ja logisch nach so vielen Jahren. Vom Gefühl her denke ich, daß es bei einer Affäre bleiben wird. Die könnte allerdings noch lange dauern, wie es aussieht. 
Manchmal könnte der Tag sehr lange sein, allerdings bin ich heute schon sehr müde, das gebe ich zu. Aufgeben tue ich nicht, ich hab die letzten Jahre durchgestanden und mich durchgekämpft und jetzt geht es endlich in die "Zielgerade". Da gebe ich nicht auf. Ich mag meinen Freund sehr, irgendwie ist es total freundschaftlich, wir haben schon auch Zoff miteinander, aber ich empfinde das auch als inspirierend. Besser verstehe ich mich mit meinem Lover, sexuell ist es top mit ihm. Auf einer menschlichen und emotionalen Ebene haben wir uns gegenseitig sehr viel zu bieten. Das ist allerdings auch nicht immer einfach, weil es einfach sehr tief geht. Er sagt, er hätte noch nie so eine lange Affäre gehabt, weil er immer Angst davor hatte, daß etwas Ernstes draus wird oder Drohungen oder so. Und das hat er von mir nicht zu erwarten, denn ich würde nicht drohen oder ihn vor die Wahl stellen, das bringt nichts. Jeder muss eben seinen Weg allein finden und Druck ist nicht das richtige Mittel. Ich kann sagen, daß ich ihn liebe, die rosarote Brille habe ich mit Sicherheit nicht mehr auf, ich erkenne da durchaus auch Schwächen, etc.! Aber in Summe gesehen ist er ein absolut toller Mann! 
Mir gefällt auch, daß er z.B. für seine alte Mutter einkaufen fährt, mit ihr auch Ausflüge ins Altersheim zu ihrer alten Schwester macht. Ich schau ja auch immer wieder auf meinem Vater und daß der versorgt ist. Auch wenn ich mich da schon sehr gut freispielen konnte, er nun eine Heimhilfe hat. Aber es gab schon andere Zeiten, in denen ich z.B. 14 Tage lang nur bei ihm geputzt habe, weil er im Spital war und keine Heimhilfe hatte (die vorige war keine "Leuchte" und wenn mal Mäuse in der Wohnung sind, dann muss man was unternehmen). Oder mit meinem Rasenmäher alle 14 Tage gemäht habe. Abwechselnd bei mir, im vorigen Garten, und bei meinem Vater. Also jede Woche mindestens 1x in einem grossen Garten. Abgesehen von anderen Dingen "nebenbei". Irgendwie tut's mir auch leid für meine Affäre. Er hatte eine schwierige Kindheit, sein Vater hat die Mutter mit 3 Kindern verlassen, als er erst 6 Jahre alt war.
Geld war nie genug da, seine Mutter ist auch nicht sehr einfach. Dann Lehre, Heer, kurz "gelebt", dann seine Frau kennengelernt, die wurde recht schnell schwanger, das war erst ein Schock für ihn und dann sind halt auch die Jahre vergangen. Ich nehm's wie's kommt. Wenn er bei seiner Frau bleibt, dann ist das okay. Wenn er sich entscheidet, den Schritt raus aus der Ehe zu gehen, dann ist das auch okay. Entscheiden muss er aber selber. Für mich ist es klar: wenn er frei ist, ist es eine andere Konstellation und ich habe mit ihm ausgemacht, daß er es mir sagen wird, wenn sich an der derzeitigen Situation etwas ändert. Dann können wir sozusagen neu "verhandeln" und uns ausmachen, wie es weitergehen würde. Aber ich klammere mich mit Sicherheit nicht dran. Es kann eben so oder so ausgehen. Wichtig ist mir, daß ich mein eigenes Leben behalte, auch meinen Freundeskreis, meinen Interessen nachgehen kann, etc.! Damit fühle ich mich am wohlsten. Das sind ja wenigstens positive Aussichten, wenn diese Frau doch wieder einen Job annimmt! Hoffentlich hält sie sich dort. Irgendwie dürfte der Chef ja doch auch mit ihr zufrieden gewesen sein. Eine Erleichterung wird's auf alle Fälle werden, auch wenn nicht mehr so viel Zeit für anderes ist, aber das wird auch weiter laufen, irgendwie muß halt dann die Zeit anders eingeteilt werden.

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