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Kennen auch Sie ein bekanntes oder befreundetes Pärchen,
welches gleichgeschlechtlich ist? Egal, ob es sich dabei nun um zwei Frauen oder auch zwei Männer handelt.
Sicher kennen Sie dann auch die sogenannten „gemischten Gefühle“, die dies in Ihnen hervorruft.
Trotz der heutigen, „modernen“ Zeit ist Homosexualität noch immer für die Gesellschaft eine Art „Tabuzone“, etwas worüber man nicht gerne spricht, sich davon entweder distanziert (in der Art „Igitt! Wie kann man nur!“ oder auch sich in gewisser Weise „anbiedert“, um damit zu demonstrieren, wie modern und aufgeschlossen man selbst doch ist. Paraden und Umzüge der Lesben und Schwulen werden bestaunt, die Teilnehmer daran angestarrt.
Manche wollen unbedingt sein wie sie, manche fühlen sich durch solche „Demonstrationen des Andersseins“ provoziert.
Eines kann man jedoch sagen: es gibt kaum jemanden, der mit diesem Thema normal umgeht und der einfach akzeptiert, daß es das gibt.
Das lässt sich – so kompliziert es erscheinen mag - relativ einfach erklären.
Jeder Mensch – egal ob männlich oder weiblich – hat von Anbeginn an männliche sowie weibliche Anteile in sich vereint. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns als Frau oft zu Freundinnen und als Mann oft zu Freunden hingezogen fühlen. Man versteht sich gut, jeder Mensch hat erotische Phantasien (ob er die nun auslebt oder nicht) und manchmal laufen diese Phantasien in eine Richtung, die uns nicht behagt.
Diese Richtung ist uns meist aufgrund unserer Erziehung und der darin enthaltenen Mitteilung „Frau gehört zu Mann und Mann zu Frau und alles andere ist ausser der Norm“ und unserem weiteren prägenden kindlichen Umfeld (Paare bestehen in fast allen Fällen aus Mann und Frau) vorgegeben. Alles andere erscheint uns daher als unsittlich.
Allenfalls wird noch das Küssen und Streicheln (und eventuell auch mehr) zwischen Frauen akzeptiert, weil es für Männer sozusagen keine „Bedrohung“ darstellt und weil jedem Mann bewusst ist, daß zwei Frauen einander schon rein vom Körperbau her nicht das geben können, was ein Mann einer Frau geben kann.
Ein normaler Umgang mit Homosexualität lässt sich also nur erreichen, indem wir akzeptieren, daß wir selbst uns sowohl von Frauen als auch Männern angezogen fühlen. Daß es im Grunde genommen um den Menschen geht, den wir erotisch und attraktiv finden und dessen Art und Charakter uns ebenso attraktiv erscheint.
Ob wir das dann auch mit diesem Menschen – so der ebenfalls dazu geneigt ist – ausleben oder nicht, das ist unsere eigene und privateste Entscheidung. Wir selbst haben es in der Hand, wie wir unsere Sexualität ausleben. Egal, ob andere damit einverstanden sind oder nicht. Wir mischen uns ja schliesslich auch nicht in das Sexualleben anderer ein und können daher mit Recht Gleiches von anderen erwarten.
Allerdings sei an dieser Stelle auch angemerkt: das extreme „zur Schau stellen der Andersartigkeit“ wirkt meist kontraproduktiv. So wie man nicht möchte, daß andere einem ihre Meinung aufdrängen, so sollte man auch anderen nicht die eigene Meinung und auch nicht den eigenen Körper aufdrängen. Und schon gar nicht, indem man ein verzerrtes und skurriles Bild der Realität liefert.
Auch bei homosexuellen Paaren läuft nicht jeder jeden Tag in auffallenden Dessous und mit übertriebener Schminke herum, ausser er ist im Showgeschäft tätig und dann sind es auch nicht 24 Stunden am Tag.
Homosexuelle mögen sich selbst oft als „Paradiesvögel“ sehen. Aber das Leben kann zwar schön sein, aber es ist nicht paradiesisch. Auch homosexuelle Paare haben ihre Probleme. Manchmal dieselben Probleme wie heterosexuelle Paare, manchmal aber auch ganz andere. Und das sollte uns immer bewusst bleiben. Neid auf die Andersartigkeit im Hinblick auf „besser“ oder „schöner“ ist also niemals angebracht. Es ist bloss anders.
Leben Sie Ihre Sexualität also so, wie Sie sie tatsächlich leben möchten. Ob dieser Weg nun bi, hetero oder homo heisst. Es ist Ihre Entscheidung! Drängen Sie sich nicht auf, Sie haben ja schliesslich auch nicht „die einzig richtige und wahre Meinung gepachtet“, „missionieren“ Sie andere nicht und lassen Sie sie so sein, wie sie sind. Das ist der richtige Weg zu gegenseitigem Verständnis!
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